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Öztaler Radmarathon 2021 – 238 km mit 5500 Höhenmetern

Für Ötzi, wie man den Ötztaler Radmarathon umgangssprachlich nennt, hat sich unser Triathlet Alexej Markov  noch 2020 angemeldet.

Das Rennen wurde aber wir viele anderen aufgrund der Pandemie auf 2021 verschoben und sollte nun am 29.08.21 stattfinden.

Schon vor ein paar Wochen vor dem Start werden die Wetterprognosen durchstöbert und es wird darüber in den Foren und auf Facebook viel diskutiert.

Dann kam die Meldung, dass die Strecke wegen dem Felssturz auf der Straße zwischen Ötz und Ochsengarten auf dem Weg nach Kühtai geändert werden muss. So die Ersatzstrecke sollte weiter unten nach Haiming gehen und von dort aus über Haimingerberg und Sattele nach Kühtai, was zusätzlich 10 km und 250 Hm bedeutet würde. Dafür wurde die Startzeit um 15 Minuten früher. Die Durchfahrtzeiten (also Zeitlimits) gleich bleiben sollen. Was bestimmt die Aufregungen unter denen, die ohnehin gegen die Limits kämpfen, auslösen sollte.

Die Wetterberichte haben nichts Gutes versprochen: kalt und nass am Start, eventuell Schnee und Schneeregen an den Pässen. Das hat sehr wahrscheinlich dazu geführt, dass dieses Jahr ca. 1300 Teilnehmer gar nicht gestartet sind (und nicht ins Ötztal angereist). Das finde ich gemein, weil es immer wieder viele Leute gibt, die gerne starten möchten, haben aber keinen Startplatz bekommen (ja, die Startplätze werden verlost, und man braucht etwas Glück).

Am Sonntagmorgen war er kalt aber überraschenderweise trocken. Also um 5:45 Uhr bin ich zur Startaufstellung gefahren und ca. 35 Minuten vor dem Start stand ich genau 1000 m vor der Startlinie (also mitten des Pulkes).

Die Abfahrt über Ötz nach Haiming lief unproblematisch. Dann kam der fast 10 km lange Anstieg mit 10% Schnitt zum Sattele, kurzes flaches Stück an Ochsengarten und weiter 8 km hoch nach Kühtai. Auf der Auffahrt war es viel los, und man musste immer konzentriert bleiben und sorgfältig überholen, da Leute immer wieder langsamer wurden.

So bin ich nach Kühtai angekommen, die Wasserflaschen an der Labestation aufgefüllt, die Regenjacke und die Handschuhe angezogen. Es war doch frisch oben (knapp über dem Gefrierpunkt), aber Gott sei Dank trocken.

Nach Kühtai kam die schnelle Abfahrt nach Innsbruck und weiter relativ flach nach Brenner zur Labe und runter nach Sterzing. Immer wieder trocken, erstaunlich!

Der Anstieg zum Jaufenpass ist zwar lang (15 km), ist aber konstant (7,5%). Oben wieder die Flaschen aufgefüllt, warme und windfeste Klamotten angezogen (es war richtig kalt oben) und weitergefahren.

Die Abfahrt von Jaufenpass nach St. Leonhard ist teilweise technisch, aber auch sehr schnell und unproblematisch (es wäre doch anders, wenn es nass gewesen wäre).

Und erst jetzt beginnt der Ötzi, ab dem 180 km. Der Anstieg nach Timmelsjoch: 28 km und 1800 Hm.

Die Auffahrt kann man auf drei Teilen teilen: 14 km mit steilen Abschnitten, im Schnitt 7%, 4 km flach 2% bis zur Labestation und noch 10 km mit 7% Schnitt.

Am Anfang des Anstieges war es bei den +22 Grad in Italien sehr heiß und sonnig. Aber je höher desto kälter wurde es.

Oben angekommen hat es angefangen zu scheinen und zu regnen. 0 Grad. Aber schon egal. Wieder Winterklamotten drauf und ab in die Abfahrt. Die nassen Straßen, Regen, beschlagene Brille mit kaum Durchsichtigkeit und allgemeine Müdigkeit und Konzentrationsverlust haben dafür gesorgt, dass man relativ langsam aber ganz bewusst sicher abfährt.

So nach 10:57 nach dem Start bin ich nass, kalt und gezittert aber überglücklich ins Ziel gekommen.

Fazit:

Wetter an sich war gar nicht so schlimm, wie man es sich vorgestellt hat: man hätte einfach schneller unterwegs sein sollen um komplett trocken zu bleiben.

Perfekt organisierte Veranstaltung, Laune und Unterstützung auf der Strecke ist brutal.

Es war ein tolles Erlebnis! Ötzi, ich komme wieder!